WENN DIE WÜSTE IHRE SEELE VERLIERT MIT DEN AUSWIRKUNGEN DES BERGBAUS AUF LOMPOUL

Seit Jahren ist die Rede davon, dass die Wüste von Lampoul für Zikon ausgebeutet werden soll. Seit Jahren versuchen die Anwohner dieser Wüste, welche immerhin ein natürliches Kleinod von 18km2 ausmacht, dies zu verhindern. Pettitionen wurden gestartet, internationale Organisationen haben für den Erhalt der Wüste gekämpft. Nichts hat die Schliessung und die geplante Zerstörung dieses kleinen Paradieses bisher verhindern können. Unsere Regierung stellt sich taub. Profit, wirtschaftliche Ermessen sind wichtiger, als ein ökologisch perfektes Kleinod. Die Arbeiten haben bereits begonnen, was ein Aus für diese Oase bedeutet.

Sie sagen, dass sie die Wüste wieder aufbauen werden, an einem anderen Ort. Mit viel Geld und absolut künstlich. Es wird niemals dasselbe sein! Ein solches natürliches Oekosystem lässt sich nicht künstlich herstellen! Ausserdem werden die Einwohner der Dörfer um diese Wüste ohne Einkommen dastehen. Ob wirklich alle einen Job im neuen, luxeriösen Hotelkomplex finden werden, bleibt zu bezweifeln.

Der Link zum riesigen und Millionen verschlingenden Projekt der Regierung, zur „Wiederherstellung“ der touristischen Sehenswürdigkeit Lampoul: https://aps.sn/oasis-du-desert-plus-de-1000-palmiers-et-une-piscine-pour-relancer-le-tourisme-a-lompoul/

Und nicht zuletzt verliert der Tourismus im Senegal einer der wichtigsten Puplikums-Magneten! Es wird niemals mehr dasselbe sein. Denn diejenigen Touristen, welche ein einmaliges, natürliches, naturbelassenes Erlebnis suchen, werden sicher enttäuscht werden.

Ich/wir, die wir seit Jahren im Tourismus arbeiten, zusammen mit der Bevölkerung der Dörfer rund um die Wüste, sind zutiefs enttäuscht und entsetzt ob dieser groben Ignoranz unserer Interessen. Wir fühlen uns von der Regierung allein gelassen und verraten.

Unten stehend ein Text, den ich aus dem Französischen übersetzt habe. Der Aufschrei geht vor allem durch die frankophonen Medien.

Im November 2023, Mme Ruth

„Die Umwandlung der Wüste Lompoul in ein Gebiet für den Zirkon Abbau stellt eine große Veränderung für den lokalen Tourismus dar. Einst zeichnete sich diese Wüste durch ihre außergewöhnliche natürliche Schönheit aus. Sie fesselte die Besucher mit ihren riesigen Flächen feinen Sandes und den imposanten Dünen, die eine Höhe von 40 bis 50 Metern erreichten und sich so weit das Auge reichte ausdehnten.. Seine einzigartige Atmosphäre in der Nähe des Ozeans bot ein authentisches Eintauchen in eine Wüstenumgebung, die an die großen Wüsten Mauretaniens erinnerte. Der Ort war für verschiedene Aktivitäten beliebt, darunter das Erklimmen der großen Dünen, die ein beeindruckendes Naturschauspiel boten. Ein erhabenes Erlebnis, insbesondere bei Sonnenuntergängen in absoluter Stille. Die Besucher konnten auch Wanderungen, Quadtouren oder Kamelritte genießen. Das Erlebnis wurde durch die Unterbringung in traditionellen mauretanischen Zelten, den Khaimas, abgerundet. Die Abende wurden von Djembé-Rhythmen am Lagerfeuer belebt und schufen unvergessliche Momente des Austauschs und der Geselligkeit.

Angesichts dieser neuen Realität ist der Tourismussektor gezwungen, sich anzupassen. Das neue Projekt der Wüstenoase ist zwar innovativ, stellt aber eine tiefgreifende Veränderung der natürlichen Attraktivität der Lompoul-Wüste dar. Diese künstliche Oase mit ihren nachgebildeten Dünen, dem Palmenhain und dem großen Swimmingpool versucht, einige Aspekte des Wüstenerlebnisses nachzuahmen. Es ist jedoch klar, dass diese menschliche Schöpfung nicht mit der Authentizität und der natürlichen Majestät der ursprünglichen Wüste konkurrieren kann.
Die Auswirkungen dieses Wandels auf den Tourismus sind komplex. Auf der einen Seite könnte die Wüstenoase eine neue Klientel ansprechen, die von modernen Einrichtungen und vielfältigen Freizeitaktivitäten angezogen wird. Auf der anderen Seite könnten diejenigen, die auf der Suche nach dem einzigartigen und authentischen Erlebnis sind, das die Lompoul-Wüste bietet, enttäuscht werden, da ihr Charme in ihrer Wildheit und Natürlichkeit lag, die nur schwer künstlich reproduzierbar ist.

Die Schließung wirkt sich auch auf die lokalen Tourismusakteure aus. Reiseführer, Handwerker und Lagerbesitzer, die früher vom Zustrom der Touristen abhängig waren, müssen sich nun an eine Realität anpassen, in der ihre Haupteinnahmequelle weggebrochen ist. Zwar verspricht das Projekt der Wüstenoase neue Möglichkeiten, doch ihre Fähigkeit, sich in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden, bleibt ungewiss.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Umwandlung der Lompoul-Wüste in ein Bergbaugebiet und die Schaffung der Oasis du Désert einen Wendepunkt für den lokalen Tourismus darstellen. Diese Entwicklung wirft Fragen zu den Verlusten auf, die der Tourismus erleidet, wenn ein natürlicher Standort durch eine künstliche Struktur ersetzt wird.
Der Tourismus verliert vor allem an Authentizität. Die rohe und natürliche Erfahrung, die die Wüste von Lompoul bietet, ein Eintauchen in eine echte Wüstenumgebung, kann durch künstliche Einrichtungen nicht ersetzt werden. Obwohl die Wüstenoase versucht, einige Aspekte der Wüste nachzubilden, kann sie nicht an die einzigartige Atmosphäre einer echten Wüste heranreichen.

Der Tourismus erleidet auch einen Bildungsverlust. Orte wie die Wüste von Lompoul sind nicht nur touristische Ziele, sondern auch Lernorte für Naturgeschichte und Geografie. Ihr Verschwinden reduziert diese Bildungsdimension.
Schließlich veranschaulicht die Situation der Lompoul-Wüste einen breiteren Konflikt zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und der Erhaltung von Naturstätten. Obwohl Projekte wie die Wüstenoase neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen, gleichen sie den Eigenwert der Naturlandschaften und die authentischen Erfahrungen, die sie vermitteln, nicht aus. Diese Entwicklung stellt daher nicht nur einen Verlust für den Tourismus, sondern auch für die Erhaltung der einzigartigen natürlichen Umgebungen der Region dar.“
Babacar Dione | Admin PourquoiJaimeLeSenegal
facebook.com/brdione

2 Antworten auf “WENN DIE WÜSTE IHRE SEELE VERLIERT MIT DEN AUSWIRKUNGEN DES BERGBAUS AUF LOMPOUL”

  1. Danke, liebe Ruth,
    das Problem der katastrophalen Machenschaften sind kompetent dargestellt. Es ist ein hervorragender Beitrag gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlage.

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  2. Vielen Dank liebe Dörte.
    Ich freue mich, dass mein Artikel gefällt. Ich selbst bin sehr bestürtz und traurig, dass man für Profit und Geld dermassen zerstören kann. Obwohl ich es ja schon lange weiss, ist es gerade in diesem Fall wirklich schmerzhaft.
    Auch der rosa See wurde vollkommen zerstört. Auch dort haben viele Menschen ihren Lebensunterhalt verloren, da das Salz durch die massive Verschmutzung nicht mehr gewonnen werden kann. Sie meinen, der See soll wieder hergestell werden, doch bezweifle ich, dass das möglich ist, vor allem denke ich, dass niemals die grossen Mittel, die dafür zur Verfügung gestellt werden müssten, frei gegeben werden.
    Es ist wirklich immer schwieriger, den Besuchern des Senegal etwas zu empfehlen. Für die Menschen im Senegal ist diese Zerstörung der Umwelt überll verherend.
    Meine Ohnmacht macht mich wütend und traurig.
    Mit lieben Gedanke
    Mme. Ruth

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