SÜD… NORD…. POLE…. POLARISIERUNG…..
Wir leben in einer Zeit, in der unser Planet klein geworden ist. Wir wissen um die vielen, verschiedenen Völker, die unseren Erdball bewohnen. Unzählige, unterschiedliche Kulturen, Traditionen, Mentalitäten und Gewohnheiten. Wir wissen es aus Reportagen, vom Fernsehen oder auch von eigenen Reisen. Die Vielfalt auf unserem schönen Planeten sollte heute zum Allgemeinwissen gehören.
Wir konsumieren Nahrungsmittel aus der ganzen Welt, benutzen Gebrauchsgegenstände, die ebenfalls von überall her kommen. Ja, es ist sogar so, dass wir heute ohne diese grosse Welt und ihre Rohstoffe unmöglich so leben könnten, wie wir es gewohnt sind. Ist es vermessen zu sagen, dass auf Kosten der Entwicklungsländer der Wohlstand der Industriestaaten erst möglich ist? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns dies eingestehen. Die Geschichte des Wohlstandes der Industriestaaten ist begleitet von Unterdrückung, Raub, Blut, Krieg, Enteignung, Versklavung, Vernichtung und Zerstörung.
Unser Anspruch, alles was wir uns wünschen, zu jeder Zeit und möglichst preiswert in Reichweite zu haben, zerstört die Welt. Längst ist Umweltschutz für die Grosskonzerne kein Thema mehr. Ebenso werden Sozialverträglichkeit, Souveränität, Achtung und Respekt mit Füssen getreten. Was zählt sind nur noch Gewinne, Wirtschaftswachstum, Verkaufszahlen…… Wir rasen mit einem Affenzahn auf den Abgrund zu. Angst macht sich breit, da müssen Schuldige her. Und auch hierzu kann die sogenannte 3. Welt wieder Hand bieten: Die Flüchtlinge, die nach Europa strömen und der Islam sind nun Schuld für alles und jedes. Falls sich dann doch noch leise Zweifel einstellen sollten, reden wir uns ein, dass wir ja die Guten sind, wir wissen, wie andere leben sollen, was richtig ist.
Das führt zwangsläufig zu verschiedenen Messlatten zwischen Norden und Süden. Die selben Vorkommnisse oder Probleme werden unterschiedlich beurteilt:
Zum Beispiel beim Terrorismus. Bomben explodieren in verschiedenen europäischen Städten, es gibt Schiessereien, Tote, Verletzte. Darauf hin erfolgt ein riesiger Medienrummel. Die islamischen Terroristen sind in aller Munde. Es gibt Kundgebungen, politische Statements, solidarische Demonstrationen. Soweit ist alles normal. Und trotzdem. Zur selben Zeit geschehen Attentate an verschiedenen Orten in Afrika. Die Welt nimmt kaum Kenntnis davon, ausser wenn Europäer zu schaden kommen.
Ich werde oft gefragt, wie es mit der Sicherheit in Senegal steht. Die verschiedenen europäischen Länder haben bei den Sicherheitshinweisen den Senegal auf die rote, oder doch wenigstens orange Liste gesetzt. Die Vertreter der Europäischen Länder wollen sich absichern, es könnte ja mal was passieren. Dadurch behindern sie die wirtschaftliche Entwicklung des besagten Landes massiv. Komischerweise ist weder Frankreich, noch Belgien auf der roten Liste der Terror Warnungen. Ich für meinen Teil habe mehr Angst, irgendwo in Europa mit dem Flugzeug zu landen, als hier im Senegal herum zu reisen. Es scheint mir sicherer, mit dem Auto der Afrikanischen Westküste entlang in die Schweiz zu fahren, als das Flugzeug zu nehmen.
Dann die erst vor kurzem durchgestandene Ebola-Epidemie. Sicher, eine wirklich schlimme Katastrophe für die beteiligten Länder. Doch auch hier: die WHO hatte die Epidemie bereits ausgerufen und auf Panik gemacht, als noch nicht mal 0.5% er Bevölkerung der jeweiligen Länder betroffen gewesen waren. Bei uns im Senegal wurde ein einziger Fall bekannt, welcher aus Guinea eingereist, danach in Dakar krank wurde. Der Kranke wurde sofort im Spital für ansteckende Krankheiten fachmännisch isoliert, seine Wohngegend unter strenge Quarantäne gestellt. Es blieb bei diesem einen Fall, der auch noch gesund wieder nach Hause reisen konnte. Doch sofort, kaum wurde der Fall bekannt, kam der Senegal auf die rote Liste, wurde als weiteres gefährliches Land deklariert. Der Alarm wurde viel zu spät wieder rückgängig gemacht! Dem gegenüber wurden in den USA, in Frankreich, Spanien, Deutschland, der Schweiz etliche Fälle bekannt, doch keines der Länder kam auf die rote Liste. Kein Flughafen wurde gesperrt, keine Grenze geschlossen! Dies wurde nur den afrikanischen Ländern zugemutet. Sicher teilweise zu recht, doch oft auch allzu leichtsinnig wurde ganz Afrika stigmatisiert, ausgegrenzt und musste enorme wirtschaftliche Schäden verbuchen. Nur ein Beispiel hierzu: In Südafrika sollte ein grosser, internationaler Kongress stattfinden. Er wurde wegen Ebola-Gefahr abgesagt! Unverständlich, wie Europa heute immer noch bei Afrika keine Differenzierung macht, immerhin hat Afrika 53 souveräne Staaten! Von Ebola waren gerade mal 3-4 Staaten in Westafrika wirklich betroffen.
Vor einigen Jahren wurde Indonesien von einem Tsunami schwer getroffen. Eine schlimme Katastrophe, welche lange und anhaltend Schlagzeilen machte. Wir alle waren betroffen, trauerten mit den Menschen dort. Was kaum bekannt ist, die afrikanische Ostküste wurde von diesem Tsunami ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen! Unzählige Dörfer wurden von der Welle zerstört, hunderte Menschen kamen dabei um. Vom Norden bis in den Süden, entlang der ganzen Ostküste! Oft Kilometer ins Landesinnere hinein. Auch hier wurde grosser Schaden verzeichnet. Ausserdem wurde Alarm gegeben, weil vor der Küste von Somalia die dort deponierten Atommüll-Fässer durch den Tsunami beschädigt worden waren, es drohte ein Atomkatastrophe.
Worauf ich hinaus will? Ich möchte zeigen, wie unwahr die europäische Presse Afrika darstellt. Wie stark dieser Kontinent immer noch missachtet und ausgegrenzt wird. Für mich erschreckend wie mit unterschiedlichen Messlatten gemessen wird. Dabei kommt Afrika immer schlecht weg. Auf diesem Kontinent werden sogar nicht erwünschte Staatschefs per Fernbedienung umgebracht, derweil Europa applaudiert! Wenn Afrikaner dasselbe tun, sind es bösartige, islamische Terroristen! Terror ist Terror, egal ob von Franzosen, Deutschen, Amerikanern oder Islamisten ausgeführt. Wer tötet hat immer Unrecht. Basta!
Wir Europäer schreiben uns Gleichstellung der Frauen, Familienförderung, ein soziales Netzwerk auf die Fahne. Sind stolz, dass wir dermassen modern, technologisiert und gebildet sind und haben dabei unsere Werte wie Respekt und Achtung gegenüber anderen verloren. Wir mobben muslimische Frauen, welche mit dem Kopftuch zur Arbeit oder in die Schule/Universität kommen, weil wir gegen eine vermeintliche Frauenfeindlichkeit kämpfen müssen. Dabei übersehen wir, dass wir auch in Europa immer noch grossen Handlungsbedarf haben. Oder sind heute Lohngleichheit, Kündigungsschutz, Ausbildung, etc. für alle bereits Realität? Werden die Frauen durch unsere europäische Gesellschaft nicht ebenso fremdbestimmt und oft auch misshandelt, vergewaltigt wie das auf der ganzen Welt auch der Fall ist? Was erlauben wir uns, mit unserer Europäischen Brille auf andere hinunter zu blicken und diese zu beurteilen, zu verurteilen, ohne wirklich zu verstehen, was wir sehen?
Ich wünsche mir, dass die Menschen in Europa wieder den Mut haben, Ihre Angst zu überwinden, den Mut haben Werte wie Respekt, Achtung und Toleranz gelten zu lassen. Es ist einfach nur billig, feige und unverschämt, alles, was wir selber in vielen Jahrhunderten verbockt haben, dem Islam, den Moslem und dem Afrikaner oder anderen fremden Völkern in die Schuhe schieben zu wollen…..
Laut und lauter in Wut, Mme Ruth



Liebe Mme. Ruth , danke für den tollen Text ! Du sprichst das aus, was viele denken! Mach weiter so ! Du bist eine großartige Frau ! LG – Christel
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Danke Dir liebe Christel für Dein liebes Kompliment!
Ich werde es versuchen! 🙂
LG an Dich und bis bald
Mme Ruth
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Hallo liebe Mme Ruth, ein gutes und gesundes , friedliches neues Jahr und gute Geschäfte wünsche ich Dir! LG – Christel
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Liebe Christel
Ein ganz herzliches Dankeschön für Deine lieben Wünsche. Ich hatte und habe über die Festtage und zu Jahresbeginn immer sehr viel Arbeit in der Auberge, so dass ich kaum Zeit finde für meinen Blog. Sorry!
Auch für Dich alles Liebe und Gute für das neue Jahr. Möge es ein Jahr mit viel Frieden werden!
Herzliche Grüsse aus dem Süden
Mme Ruth
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liebe mme ruth, das jahr hat angefangen . wie gut, dass wir nicht wissen, was es bringt. danke für deinen gruß. ich freue mich riesig von dir zu lesen. kr. ist eine böse krh. , habe es letztes jahr aber in den ar… getreten. hoffe, dass ich ende des jahres zu dir reisen kann. alles liebe und schöne grüße an alle, die hier mit- machen und besonders für dich. chris
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Liebe Mme. Ruth, hat nicht so geklappt wie ich es wünschte. Diesmal ist es die linke Brust. Sie wird abgenommen. Aber ich habe doch so viel zu tun. Bin trotzdem aktiv und kümmere mich um alte, kranke und verzweifelte Menschen in meiner Nachbarschaft. Ich bin nicht der Typ Mensch, der den Kopf hängen läßt. Alles Liebe für Dich und ganz herzliche Grüße aus Wiesbaden- Christel
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