Worte, schnell ausgesprochen, oft ohne groß nach zu denken. Sie erfreuen, machen glücklich, lindern, helfen, oder sie verletzten, machen traurig, unglücklich, lösen Ängste aus, schockieren.
Worte zur Verständigung, Worte der zwischenmenschlichen Kommunikation. Worte sind unabdingbar für eine Verständigung zwischen Menschen und für ein soziales, friedliches Zusammenleben.
So sollte es sein. Aber brauchen wir nicht auch oft Worte, gedankenlos hingeworfen. Worte, die verletzten, ausgrenzen, verurteilen? Aggressive, diskriminierende Worte. Es sind doch nur Worte, nichts Wichtiges, nichts Schlimmes. Oder?
Ich glaube, dass Worte ihre eigene Energie besitzen. Sie lösen in uns Gefühle aus. Dies sowohl bei Worten, die von uns selbst gedacht und ausgesprochen werden. Wie auch Worte, die wir hören, die an uns gerichtet sind.
Genau so wie Gedanken. Für mich sind auch Gedanken pure Energie. Denke ich an etwas Erfreuliches, habe ich eine bessere Laune, als wenn ich über die Ungerechtigkeiten dieser Welt nachdenke.
Für mich ist der Tag unterschiedlich, wenn ich beim Aufstehen freudig den Tag begrüsse oder frustriert daran denke, was heute an Unliebsamen erledigt werden muss.
Wenn wir über einen Menschen schlecht denken oder sprechen, ihn in unseren Gedanken mit Schimpfwörtern bedenken, hat dies unmittelbar Einfluss auf unsere Beziehung zu diesem Menschen. Aber auch Einfluss auf unser Empfinden. Es macht uns schlechte Laune. Umgekehrt können wir uns über einen Menschen freuen, hebt dies unser Wohlbefinden.
Wir sollten also achtsam mit unseren Gedanken und Worten umgehen. Oft ertappe ich mich dabei, wie ich über jemanden innerlich schimpfe, mich aufrege. Sobald ich mich jedoch zur Räson rufe, bessert sich auch mein Befinden. Uns bewusst sein, dass unsere Sicht der Dinge sehr persönlich ist, dass andere vielleicht eine andere Sicht haben, ist wichtig.
Was ich wirklich bedenklich finde sind Hass-Wörter. Grenzenloser Hass in Worte gekleidet ist verderblich und zerstört nicht nur unser Umfeld, sondern auch uns. Die zunehmenden zahlreicheren Hasswörter, die in unserer Welt umgehen, die Ausgrenzungen, Verurteilungen, die schnell und ohne groß nach zu denken gemacht werden, schaden uns und unserem sozialen Umfeld. Sie sind Müll in unseren Köpfen, der lange liegen bleibt, wie der Plastikmüll in der Natur. Und wir wissen aus Erfahrung, dass aus verbaler Gewalt sehr schnell physische Gewalt werden kann.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns in unseren negativen Gedanken kontrollieren müssen, ihnen nicht grenzenlos Raum geben dürfen. Gute, versöhnliche Gedanken, Worte und Taten sind es, die uns Frieden bescheren, die unser Wohlbefinden fördern. Nur wenn wir unsere Gedanken kontrollieren und dem Bösen etwas entgegen setzten, können wir in Frieden leben. Dies gilt für das Leben in unserer Familie, am Arbeitsplatz, in unserem Dorf/Quartier, wie auch in der Welt, im Internet.
Lasst uns versöhnlich, liebevoll und vor allem achtsam mit einander umgehen und tolerant von einander denken. Ohne uns und was wir glauben aufgeben zu müssen. Heute braucht es eine gehörige Menge Mut um positiv und liebevoll auf zu treten. Wir riskieren verächtlich behandelt zu werden. Doch wenn wir dies wagen und unverdrossen weiter machen, werden wir auch stark und sicherer. Positive, achtsame Menschen brauchen vor niemandem Angst zu haben! Ein solches Auftreten kann jedoch die Spötter verunsichern und wer weiß, vielleicht sogar zum Nachdenken bringen?
Ihre Mme Ruth, 22.08.2018


