Der heutige, moderne Mensch konsumiert. Er ist ein Konsum-Mensch geworden. Aber nicht einfach nur kaufen ist angesagt. Nein, es darf auch praktisch nichts kosten. Je billiger, um so besser! Doch halt! Die Qualität sollte denn doch gut sein. Man ist ja schließlich nicht mit jedem Müll zufrieden. Man will was haben fürs Geld.
Die Spirale dreht sich seit einigen Jahrzehnten ununterbrochen. Eine Spirale, die wohin führt?
Längst können es sich Produkte-Hersteller nicht mehr leisten, ethische Grundsätze bei der Produktion gelten zu lassen. Verordnungen für eine umweltschonende Herstellung verteuern nur das Produkt. Auch sozial-verträgliche Produktion verteuert die Herstellung enorm. Für Viele Produzenten ist Europa viel zu teuer geworden. Sie wandern aus. Kinderarbeit, schreckliche Arbeitsbedingungen, krankmachende Produktions-Praktiken, massive Umweltzerstörung sind die Folgen dieses Billig-Wahns. Auf der anderen Seite fehlen in Europa die ausgewanderten Arbeitsplätze. Diejenigen, die noch Arbeit haben sind aus lauter Angst mit jeder Lohnsenkung einverstanden. Sie wagen nicht, dagegen zu protestieren. Denn dann würden andere ihren Platz einnehmen. Diese potenziellen Konsumenten haben also immer weniger Geld, müssen daher immer billiger einkaufen, wollen sie weiter dem Konsum-Strom angehören. Und die Spirale dreht sich, dreht sich, dreht sich……

Bis nichts mehr vorhanden ist das konsumiert werden kann, bis unser aller Lebensumfeld zerstört ist, bis wir alle zu Arbeitstieren verkommen sind, die nur noch funktionieren, ohne sich irgend etwas leisten zu können? Denn, die wenigen Grossen und Reichen lassen sich ihre Butter auf dem Brot nicht nehmen. Aber sie brauchen in Zukunft nur noch Fußvolk, Manipuliermasse, die einfach macht, was man von ihnen fordert. Dazu braucht man lediglich ein wenig Angst zu schüren, dann einen Sündenbock zu finden, und schon hat man leichtes Spiel. Mit den heutigen Medien ist es so einfach, von den eigentlichen Themen und Machenschaften ab zu lenken. Man muss dem Fußvolk nur etwas geben, das es jagen und hassen kann. Derweil können die Drahtzieher weiter ihre Pläne verfolgen. Diese Lobby wird auch Krieg brauchen, will sie weiterhin Profite einfahren. Ein Menschenleben gilt heute kaum noch etwas. Es gibt eh viel zu viele Menschen auf der Welt. Menschenrechte? Was ist das? Vor vielen, vielen Jahren war da mal so ein Wort…………

Für Herr und Frau Normal wird das Leben jedoch nicht schöner, obwohl nach wie vor alle Konsumgüter zur Verfügung stehen. Der Kampf ums Geld, DAMIT man etwas kaufen kann, wird unbarmherziger. Immer grössere Konzessionen müssen gemacht werden. Oder Verzicht ist angesagt. Verzicht macht Angst, schürt Aggressionen. Die Menschen verlieren ihre Standards, aber auch ihre Kommunikations-Kultur. Sie verrohen, innerlich, wie auch äußerlich. Bald wird jeder gegen jeden missgünstig sein. Der Stress, doch noch zu Geld und damit zum begehrten Konsum-Objekt zu kommen ist groß. Anarchie und rohe Gewalt gehört bald zur Tagesordnung. Denn bald fehlt es auch am Nötigsten, an Nahrung und Wasser. Durch die systematische, globale Zerstörung der Umwelt, den massiven Klimawandel, fehlt es an Agrarflächen. Wenn alle diese verrohten Massen ums nackte Überleben kämpfen, was bleibt dann noch?

Für mich sind diese Bilder nebst der schrecklichen Vergangenheit auch Zukunftsvision.
Anmerkung zu den Bildern: Sie stammen aus Tschernobyl, von Rene Bauer: https://renebauer-photography.com/2017/09/18/ost-europa-motorradtour-26a-chernobyl-zweiter-tag-in-der-geisterstadt/.
Mme Ruth, Dakar 21.08.2018


