Ein Jahresrückblick, den ich, trotz einer gewissen Verspätung, jetzt doch noch geschrieben habe:
Und wieder ist ein Jahr vergangen. Nach so vielen Jahren, die ich bereits gelebt habe, sollte eigentlich ein gewisser Effekt der Gewöhnung eintreten. Jahreswechsel, was ist das schon? Für mich immer wieder das Überschreiten einer Türschwelle, Neuem entgegen. Was wir im vergangenen Jahr erlebt haben, wissen wir oder solltes es zumindest wissen. Was aber wird uns das neue Jahr bringen? Wo werde ich in einem Jahr sein? Ist doch spannend, oder etwas nicht? Das Feiern der Sylvester Nacht ist für mich das Ritual, das diesen Übertritt bewusst macht. Also feiere ich nach Möglichkeit und mit viel Freude.
Das 2016 war, trotz aller Schwierigkeiten, ein gute Jahr:
Da war im Januar die Reise in die Casamance, auf der wir es mit kleinen Pannen, Straßensperren, korrupten Beamten in Gambia, wundervollen Begegnungen mit den Menschen in der Casamance und mit der Natur dort, sowie mit Zwischenmenschlichem/Menschlichem zu tun hatten. Eine kleine Reise voller Überraschungen, wundervoll, reich an Erleben, nachhaltig in die Erinnerungen eingeprägt. Ein paar Impressionen sind hier zu finden: Casamance, der grüne Süden des Senegal
Leider wurde auf dieser Reise das Fahrgestell angeschlagen, als ich in schwarzer Nacht mit ziemlicher Geschwindigkeit gegen eine Straßensperre fuhr. Zum Glück konnte wir noch nach Dakar zurück fahren, doch musste ich das Auto danach sofort in die Garage geben. Dann kam der, ich gebe es ja zu, anscheinend inkompetente Mechaniker auf die Idee, den Motor mit Wasser ab zu spritzten. Folge: Das elektronische Motorsteuergerät erhielt einen Kurzschluss und wurde beschädigt. Das auch nur, weil ich sauer auf meinen guten Mechaniker war, der mich immer wieder versetzt hatte. Das musste ich nun teuer bezahlen! Die nächsten 10 Monate verbrachte ich damit, nach Lösungen zu suchen. Zuerst suchten wir ein anderes, gebrauchtes Gerät. Doch musste es genau dasselbe Fabrikat, dasselbe Modell sein. Wir fanden es nicht, weder in Senegal, noch in Gambia, Mauretanien oder Nigeria. Die Suche wurde auf Italien, Deutschland, Frankreich, Schweiz, USA und Dubai ausgedehnt. Auch hier war nichts zu machen. Wir versuchten selbstverständlich auch ein neues Teil zu finden, doch selbst die Suzuki-Vertretung meinte, dass diese Teile nicht mehr hergestellt werden, da mein Auto ja auch schon etwas in die Jahre gekommen war. Dann endlich fand eine Freundin im Internet die Adresse einer Firma in Deutschland, die solche Geräte reparierte. Einer der hier lebenden Deutschen nahm das Teil im Gepäck nach Deutschland und schickte es dort in die Firma. Es dauerte 2 Monate, bis es repariert war. Zur meiner großen Freude funktionierte das Auto sofort, als das Teil eingesetzt wurde. Ich habe also meine alte, treue Karre wieder zurück und erfreue mich meiner wieder gefundenen Freiheit.
Denn es war wirklich schwierig ohne ein eigenes Auto, was hier in Dakar wirklich kein Luxus ist. Für mein kleines Hotel muss ich immer relativ große Einkäufe machen. Hier kann man nicht einfach in ein Shopping-Center fahren und findet dann alles an einem Ort. Ich muss immer mehrere Orte anfahren, damit ich auch alles bekomme, was ich brauche. Das hieß dann immer große Taxi-Kosten und Abhängigkeit vom Goodwill der Taxifahrer. Auch bin ich natürlich ohne eigenes Auto auch nicht oft abends ausgegangen.
Es war aber auch das erste Jahr nach 4 mageren Jahren, in dem wir wieder einmal eine gute Hauptsaison im Winter 2015/16 hatten. Das half mir etwas auf die Beine. Beinahe hätte ich, nach all den Schwierigkeiten der vergangenen Jahre, aufgeben müssen. Dank der Hilfe meins Bruders konnte ich länger durchhalten als andere, welche schließen mussten.
Die Bettenbelegungsrate war so gut, dass ich endlich den hinteren Garten gestalten konnte. Die Terrasse ließ ich mit einem weißem Muschel-Zement überziehen, den Rest des Gartens legte ich mit weißen Kieseln aus. Dazwischen wurden viele Sträucher und Bäume gepflanzt, mit Blumen in allen Farben. Es sah richtig toll aus. Vor allem, als es dann in der Regenzeit prächtig wuchs.
Im September 2016 konnte ich das erste Mal nach fast 6 Jahren wieder einmal in die Schweiz reisen. Der Kulturschock war groß. Doch fand ich mich schnell einigermaßen zurecht und freute mich über das Beisammensein mit meiner Familie und meinen Freunden. Es waren 3 tolle Wochen.
Zurück in Dakar ging es weiter aufwärts. Die neue Wintersaison verhieß ebenfalls gut zu werden. Ich konnte endlich neue Kühlschränke und zu meiner Freude auch kurz vor Weihnachten einen neuen Kochherd mit Backofen kaufen. Jetzt kann ich wieder nach Herzenslust kochen und backen. Was dann auch gleich unserem Weihnachtsfest und der tollen Silvesterfeier zugute kam. Auch konnte ich weitere Zimmer mit Klimaanlagen ausrüsten, was mir mehr Gäste bescherte.
Ja, im Großen und Ganzen ist das Jahr 2016 ein gutes Jahr gewesen!
Auch das 2017 lässt sich sehr gut an. Veränderungen stehen an, neue Ideen wollen verwirklicht werden. Wohin genau mich mein Lebens-Fluss tragen wird, weiß ich noch nicht so genau. Aber das erzähle ich vielleicht in einer anderen Rückschau?


